Bestimmung
Wahrscheinlich bin in der Netz-Tagebuchwelt ein Fremdling. Zum Lesen finde ich die üblichen kurzen, täglichen Einträge gut. Zum Schreiben nicht. Zu groß die Verführung, das eigene Leben nicht auf einer realen Bühne, aber im Netz aufzuführen. Zu real die Gefahr, dass das Leben, ins Netz verlagert, als einsame Vorstellung endet. Flüchtige Gedanken aufzuschreiben und ihnen eine schöne Verpackung zu geben, ist zwar reizvoll, aber mit der Gefahr verbunden, alle Ideen, die einem durch den Kopf schwirren, in geschriebener Sprache fortzudenken. Wer auf die falsche Fährte gekommen ist, fängt womöglich noch im Büro an, in Reimen zu sprechen!
Obwohl die Verlockung, kurze Bruchstück aufzuschreiben, in freien Minuten über mich herfällt, will ich mich auf richtige Texte beschränken: gebaut aus ganzen Sätzen, mit Anfang und Pointe. Mal sehen, wie lange ich widerstehe; wie lange ich mir wage, anderen Menschen meine zwangsläufig längeren Stücke zuzumuten.
Obwohl die Verlockung, kurze Bruchstück aufzuschreiben, in freien Minuten über mich herfällt, will ich mich auf richtige Texte beschränken: gebaut aus ganzen Sätzen, mit Anfang und Pointe. Mal sehen, wie lange ich widerstehe; wie lange ich mir wage, anderen Menschen meine zwangsläufig längeren Stücke zuzumuten.
rangingsea - 31. Okt, 05:05
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