Lokal-global
Mein Musikwunsch nach Weltmusik-inspiriertem lokalem Pop ist in Erfüllung gegangen! Die mancherorts und auch von mir erzeugten Klagen (In welchem Metier gehört Klagen noch einmal zum Geschäft?) über die Eintönigkeit des Popsta sollen ein Ende haben, ich widerrufe mein Genörgel und erkläre mich fasziniert von den „Derwishi“. Ihr Konzertmitschnitt hat mir die spätabendliche Müdigkeit geraubt, zu Ohren wurde mir Weltmusik in einer allumfassenden Umarmung gebracht. Die Musik ruht auf einer breiten türkischen Basis, dazugemischt afrikanisch-südamerikanische Percussion, indische Melodiestücke, entfernte spanische Gitarren, aber alles so zusammengefügt, dass die Einflüsse aus allen möglichen Himmelsrichtungen auf mich einblitzen. Die Stücke sind durchorganisierte Songs, mit Liedtexten auf Kasachisch, was mir manchmal, vom äußeren Anschein der Musik und Protagonisten wie Türkisch schien. Andere Liedtexte auf Russisch, was mich von meiner Vermutung entfernte, hier sei einer türkischer Mastermind am Werke, aber dem hält entgegen, dass es hier nicht wenige Türken mit ausgezeichnetem Russisch gibt. Ausserdem der Name der Band: 2:1 für die türkische Variante.
Die Musiker: der Leadsänger – dritter Hinweis für mich: ebenjener für mich recht türkisch aussehend, der Percussionist und Sänger ein tanzfreudiger, rundlicher, strahlend lachender Kasache, der Gitarrist ein langhaariger Kasache mit Schnauzer. Alle über dreißig – also in einem Alter, in dem man über seine Ortsbestimmung in der Musikszene schon einmal nachgedacht haben dürfte und ihre Wahl der vielerlei Einflüsse keine zufällige ist. Die nicht zu leugnende Inszenierung als Pop-Stars will ich der Band gern durchgehen lassen, denn wer Erfolg haben will, muss sich eben auch feiern lassen wollen. Sympathisch zumindest die Tapsigkeit des Sängers, der einen ihm mit Blumen verfolgenden Fan nicht bemerkte, und, so schien es, vor ihm einmal quer über die Bühne flüchtete.
Versöhnter mit der hiesigen Pop-Kultur, richten sich meine Hoffnungen auf einen eventuellen Tourplan der „Derwishi“ und auf weitere eigenwillige Blüten des Kulturgeschäfts.
Die Musiker: der Leadsänger – dritter Hinweis für mich: ebenjener für mich recht türkisch aussehend, der Percussionist und Sänger ein tanzfreudiger, rundlicher, strahlend lachender Kasache, der Gitarrist ein langhaariger Kasache mit Schnauzer. Alle über dreißig – also in einem Alter, in dem man über seine Ortsbestimmung in der Musikszene schon einmal nachgedacht haben dürfte und ihre Wahl der vielerlei Einflüsse keine zufällige ist. Die nicht zu leugnende Inszenierung als Pop-Stars will ich der Band gern durchgehen lassen, denn wer Erfolg haben will, muss sich eben auch feiern lassen wollen. Sympathisch zumindest die Tapsigkeit des Sängers, der einen ihm mit Blumen verfolgenden Fan nicht bemerkte, und, so schien es, vor ihm einmal quer über die Bühne flüchtete.
Versöhnter mit der hiesigen Pop-Kultur, richten sich meine Hoffnungen auf einen eventuellen Tourplan der „Derwishi“ und auf weitere eigenwillige Blüten des Kulturgeschäfts.
rangingsea - 31. Okt, 07:03
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