Hochachtung
All den westlichen und östlichen Zweifler an der Arbeitsmoral der Bewohner R.s haben wohl die Dvornikis (Hausmeister) aus ihrer Wahrnehmung verbannt. Pünktlich zur frühen Morgenstunde, unabhängig davon, ob es bereits hell ist oder das Dämmern noch bevorsteht, bei Regen, Schnee oder Wind, sieben Tage in der Woche beginnen die Unverdriessbaren ihre Arbeit. Das schabende Geräusch der Besen, das Kratzen der Rechen oder Schneeschieber ist tägliche Begleitmusik meiner Aufstehrituale, und weckt mich für einige Minuten aus dem Wochenendeschlaf. Ich vermute, dass die Hausmeister ihre Arbeit so pünktlich und gründlich aus eigenem Antrieb verrichten, der sich aus einem Verantwortungsgefühl speisen muss, unter Umständen fliessend übergehend zu einem Herrschaftsgefühl über die Hausaufgänge, Gehwege und Grünflächen. Wer ausser die eigene Arbeitsmoral könnte Menschen dazu bringen, pünktlich und in der zur Schau gestellten Korrektheit tagtäglich zu wirken. Natürlich gibt es die Hausbewohner, die pingelig die verrichtete Arbeit begutachten und gegenüber dem allseits präsenten Hausmeister anmerken werden. Als zusammengeschlossene Meute würden die Hausbewohner sicherlich einen eindrucksvollen Einschüterungseffekt erzeugen können; allein zu solcher Verbrüderung dürfte es kaum kommen. Bleibt also die tief verankerte, über Morgen-Müdigkeit, Wetterempflindlichkeiten und eventuelle Kater siegende Arbeitsmoral der Hausmeister R.s. All den Nörglern zum Trotz bestechen die Hausmeister auch noch durch Gründlichkeit: Zu den selbstverständlichen Dingen gehört es, dass die Gehwege täglich gefegt werden, zusätzlich werden aber auch Grünflächen mit Besen bearbeitet. Nicht immer zum Wohl des Grüns, aber Sauberkeit geht vor!
rangingsea - 28. Jan, 10:10
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